Fuhrmann feiert Jubiläum

Fuhrmann feiert Jubiläum 2018-04-26T09:42:16+00:00
40 Jahre Fuhrmann

Die Fuhrmann Chronik

Von der Familienversorgung zur Patientenversorgung

Als Thekla und Hans-Joachim Fuhrmann 1978 das Unternehmen gründeten, hatten sie eigentlich nur ein Ziel im Blick: Die Versorgung der Familie. Dass daraus ein Unternehmen mit über 180 Mitarbeitern und mehreren Standorten in Europa werden sollte, hat ganz viel mit den familiär gelebten Werten zu tun: Verantwortung, Kontinuität, aber auch Leidenschaft für die Produkte und der Freude daran, ein Unternehmen nachhaltig aufzubauen und weiterzuentwickeln.

So wurde die Fuhrmann GmbH zu einer festen Größe in der Patientenversorgung und ein geschätzter Partner für Kliniken und den medizinischen Fachhandel.

Im Gespräch mit
Arndt Fuhrmann

Erfahren Sie im Interview mit Geschäftsführer und Inhaber Arndt Fuhrmann wie es ist, schon als Kind mit einem Unternehmen „verbunden“ zu sein und wie ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen die Zukunft ins Visier nimmt.

Die Fuhrmann GmbH feiert ihr 40-jähriges Jubiläum. Bei der Gründung waren Sie also 10 Jahre alt. Was ist ihre erste Erinnerung an die Firma?
Können Sie sich noch an den Tag X erinnern?

„Nein, an einen bestimmten Tag kann ich mich nicht erinnern. Meine erste konkrete Erinnerung ist tatsächlich gar nicht mal so positiv! Wir hatten nämlich früher in unserem Haus im Keller ein tolles Spielzimmer für uns drei Kinder, mit Matratzen und vielen Spielsachen. All das musste nach der Firmengründung weichen, weil dort von da an Tupfer gedreht wurden. Wir haben wie so viele Gründer ganz klassisch in den eigenen Räumlichkeiten, im Keller und in der Garage angefangen.“ 

Was war Ihr erster Job im Unternehmen?

„Angefangen hat alles mit dem ersten Ferienjob als ich 14 Jahre alt war: Kartons kleben im Keller, Tupfer kontrollieren oder zählen – immer 500 Stück in einen Beutel. Da wurde nicht lange gefackelt und auch nicht gefragt, was man gerne machen möchte, jeder musste überall mit anpacken!“

Und wann war für Sie klar, dass Sie mit in die Firma einsteigen möchten?

„Das war ehrlich gesagt nicht geplant und ein schleichender Prozess. Ich war kein Musterschüler und nach meiner kaufmännischen Ausbildung in einem Betrieb in der Region suchte ich nach neuen Perspektiven. Während ich auf meinen Studienplatz wartete, habe ich einfach im elterlichen Betrieb mitgearbeitet: Lager, Produktion, das was gerade anstand. Auch während meines Studiums blieb ich weiter dabei. Das tolle war, dass ich alles, was ich lernte, direkt ins Unternehmen einbringen konnte. Da waren meine Eltern total offen und haben mir sehr viel Vertrauen geschenkt. Sowas motiviert natürlich.“

Im Jahr 1997 sind Sie Geschäftsführer geworden. Wie hat sich das Unternehmen seitdem verändert?

„Zu der Zeit waren bereits einige Grundsteine für das spätere Wachstum von Fuhrmann gelegt worden: Unser zweiter Standort in Tschechien war gerade so richtig ins Laufen gekommen und der Neubau in Much war bereits in Planung. Damals lag unser Umsatzvolumen noch unter 4 Mio. € im Jahr. Insofern ist die offensichtlichste Veränderung: wir sind seitdem stetig gewachsen, bis heute auf knapp 20 Mio. €. Eine solche Entwicklung vom kleinen zum mittelständischen Unternehmen erfordert auch strukturelle Veränderungen. Wenn damals meinem Vater als Vertriebsleiter beispielsweise etwas zugestoßen wäre, hätten wir ein Riesenproblem gehabt. Heute sind die Verantwortlichkeiten auf viele Schultern verteilt, wir haben viel in Mitarbeiter investiert. Nicht zuletzt sind wir inzwischen mit unserem Sortiment viel breiter aufgestellt. 1997 wurden wir noch zu 100% als Verbandstoff-Lieferant wahrgenommen, heute haben wir mit Sets und Einmalinstrumenten zwei weitere sehr starke Standbeine.“

Der Markt ist immer mehr von Konzernen und „Global Playern“ geprägt. Kann ein mittelständisches Unternehmen da überhaupt noch mithalten?

„Das ist in der Tat eine große Herausforderung! Der deutsche Mittelstand hat einen sehr guten Ruf und wir profitieren auch bei den Kunden vom guten Image. In den Verhandlungen spielt das am Ende jedoch überhaupt keine Rolle. Die Leistung muss stimmen und wir müssen uns mit dem Wettbewerb messen lassen. Das gelingt uns bisher ganz gut. In Sachen Kundennähe, Flexibilität, schnelle Entscheidungswege und vor allem Kontinuität und Verlässlichkeit haben wir oft einen Vorteil.“

Wohin glauben Sie, wird sich die Branche entwickeln?

Die Gesundheitsbranche ist stark politisch geprägt. Eine große Privatisierungswelle haben wir bereits hinter uns. Auch in Zukunft wird der Gesundheitsmarkt unter sehr starkem Kostendruck stehen. Seit Jahren sind die Budgets der Kliniken mehr oder weniger gleich. In Zeiten des Fachkräftemangels muss jedoch enorm in Personalkosten investiert werden – zu Recht! Dadurch müssen auf der anderen Seite die Sachkosten gesenkt werden, was nur bis zu einem gewissen Grad realisierbar ist. Das wirft irgendwann auch gesellschaftliche Fragen auf: Muss sich ein Krankenhaus „rechnen“ und ist dies die Maßeinheit, mit der man Gesundheit messen sollte?“

Ist Fuhrmann den bevorstehenden Herausforderungen gewachsen?

Hierbei halte ich eine zentrale Grundeinstellung für besonders wichtig: Veränderungsbereitschaft. Wir stellen uns und unsere Entscheidungen als Unternehmen ständig in Frage und entwickeln uns weiter. Momentan investieren wir stark in unser Personal und in den Ausbau der Produktionskapazitäten mit einem Neubau in Tschechien, um uns für die kommenden Jahre gut aufzustellen.“

Viele Wettbewerber kaufen ihre Produkte zu 100% in Asien ein. Fuhrmann investiert in Europa. Wie geht diese Rechnung auf?

Auch bei Fuhrmann spielt der Import aus Asien eine große Rolle, jedoch ist bei uns der Mix aus Eigenproduktion und Import etwas anders als bei vielen Wettbewerbern. Der Veredelungsprozess in der EU ist im Rahmen der Risikoverteilung elementarer Bestandteil unserer Strategie. Wir glauben an den Standort Europa und sehen hier weitaus stabilere Rahmenbedingungen als in Asien. Durch einen gesunden Mix bleiben wir flexibel und können unsere Produkte wettbewerbsfähig anbieten. Mit unserem Neubauprojekt in Tschechien schaffen wir außerdem Raum für weiteres Wachstum.“

Wo sehen Sie die Fuhrmann GmbH in 10 Jahren?

Eine Sache ist ganz klar: Fuhrmann bleibt ein Familienunternehmen! Nur so können wir unsere Eigenständigkeit und Handlungsfähigkeit zum Vorteil unserer Kunden erhalten. Gleichzeitig streben wir weiterhin ein gesundes, nachhaltiges Wachstum von 6-7% im Jahr an, um unsere Marktposition auszubauen.“

Nach so vielen Jahren im Unternehmen: Was bedeuten 40 Jahre Fuhrmann für Sie ganz persönlich?

Solange ich denken kann, war das Unternehmen immer Teil meines Lebens. Es ist nicht immer einfach, wenn ein Thema so viel Raum einnimmt. Zum Glück habe ich eine tolle Familie, die mir zu Hause den Rücken frei hält. In stillen Momenten bin ich schon ein wenig stolz, aber eigentlich blicke ich lieber nach vorne als zurück und freue mich auf das, was wir noch erreichen können.“ 

Das Gespräch führten Annette Jentsch und Claudia Thomas im März 2018 anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums.

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